Stampflehmboden

Lehmböden sind geprägt von ihrer heterogenen Oberfläche, weisen feine Mikrorisse auf und haben dadurch keine Oberflächenspannung. Sie wirken im Gegensatz zu zementgebundene Böden weich obwohl sie extrem hart und strapazfähig sind. Stampflehmböden sind fugenlos einbaubar, wirken durch ihre Farbnuancen lebendig und sind stets ein Unikat

Die Herstellung eines Stampflehmbodens erfordert ein großes Maß an Erfahrung. Die Ausführung erfolgt in mehreren Etappen und über einige Wochen.
Erdfeuchtes Material wird wie bei den Stampflehmwänden in eine Schalung eingefüllt, ca. 15 cm stark plan ausgezogen und verdichtet. Der Verdichtungsprozess erfolgt zunächst mit Glättschuhen, dann mit einer kleinen, bis zu 240 kg schweren Vibrationsplatte. Nach dem Verdichten wurde die Oberfläche mit dem aus dem Lehmmaterial hergestellten Schlicker verspachtelt, abgeschabt mit Quarzsand und mit einer Einscheibenmaschine aberodiert. Durch den Schlamm sind alle Fugen, Öffnungen und Unebenheiten ausgefüllt, Steine bleiben jedoch sicht- und spürbar. Bei störenden Unebenheiten wurde der Lehmboden mit einem Diamantflächenschleifer leicht abgeschliffen, dadurch entsteht ein terrazzoähnlicher Effekt, der die Oberfläche zusätzlich noch strapazierfähiger macht.
Durch den Trocknungsprozess schwindet der Lehm, und der Boden ist übersät mit vielen kleinen Rissen. Dank dieser Mikrorisse baut der Lehmboden keinerlei Spannungen auf und ist relativ elastisch. Nach dem vollständigen Austrocknen wurde die Oberfläche mit Kasein und Wachs imprägniert, so dass der Lehmboden sehr pflegeleicht und im Wohnbereich uneingeschränkt nutzbar ist. Die Farbigkeit kann entsprechend den Anforderungen angepasst werden.

Lehm Ton Erde